Zweckverband Studie Abwasserreinigung in der March 1966

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Lösung des Abwasserproblems in der March

Studie zur Lösung des Abwasserproblems in der March vom Donnerstag, 3. März 1966

Ein zweckmässiger, kanalisationstechnischer Zusammenschluss mehrerer Gemeinden bringt für alle Beteiligten wesentliche finanzielle Vorteile.
Aus dieser Überlegung heraus hat der Kanton auf seine Kosten das Ingenieurbüro Kuster & Hager, Uznach, beauftragt für die March kanalisationstechnische Vergleichsstudien auszuarbeiten. Diese Studien und Berechnungen sollen zeigen, wie im genannten Raume die Abwasserfrage zweckmässig und wirtschaftlich gelöst werden kann. Es war notwendig, die verschiedenen interessanten Lösungsmöglichkeiten für Einzel- und Gesamtanlagen zu studieren, um daraus das richtige Vorgehen bestimmen zu können.

Ergebnis der Vergleichsstudie

Das Ergebnis der umfangreichen Studien ist im Erläuterungsbericht mit den Dimensionierungsgrundlagen, Kostenberechnungen und Übersichtsplänen sehr ausführlich dargestellt. Die zu untersuchenden Varianten ergaben sich aus einer Vorstudie über die zweckmässigen Möglichkeiten. In die Untersuchung einbezogen wurden folgende Gemeinden:

Altendorf - Lachen - Galgenen - Wangen - Schübelbach - Reichenburg - Tuggen

Es wurden 5 Varianten untersucht, wobei von der Lösung «für jede Gemeinde eine eigene Anlage» bis zum «kanalisationstechnischen Zusammenschluss aller Marchgemeinden» sämtliche Möglichkeiten in Betracht gezogen wurden. Alle Varianten stützen sich auf die gleichen Projektierungsgrundlagen. Speziell die Abgrenzung der Einzugsgebiete, die abwassertechnischen Grundlagen und das Ausbauziel sind bei allen Varianten gleich. Alle Varianten wurden soweit geprüft und ausgearbeitet, dass sie grundsätzlich verwirklicht werden können.

Für die bei den verschiedenen Varianten veränderlichen Bauobjekte wurden die Bau- und Betriebskosten approximativ ermittelt. Es wurde darauf geachtet, dass bei allen Varianten bei ähnlichen Verhältnissen analoge Ausmasse eingesetzt wurden, um alle Varianten so neutral als möglich zu behandeln. Zu diesem Zwecke hat der Projektverfasser vor der Ausarbeitung der Kostenvoranschläge einheitliche Grundsätze für die Berechnungen aufgestellt und für jede Baustrecke vorerst die Art der Kanalisierung mit den entsprechenden Erschwernissen abgeklärt.

Der Überblick über die Kostenberechnungen zeigt, dass die Variante 4 kaum und die Variante 5 überhaupt nicht zur Ausführung empfohlen werden kann. Rein von der finanziellen Seite her können die Varianten 1 - 3 einander gleichgestellt werden. Die Differenzen sind verhältnismässig gering.

Die Frage ob Einzelanlagen oder Zusammenschluss hängt jedoch nicht nur von den berechneten finanziellen Aufwendungen ab, sondern noch von einer Reihe anderer Einflüsse, die zum Teil auch finanzieller Art sind und das Ergebnis noch entscheidend beeinflussen können.

Vorteile der Gemeinschaftsanlagen

  1. Die grössten Abwassermengen liegen nahe bei der Abwasserreinigungsanlage und können daher rasch und wirtschaftlich auf die zentrale Anlage geleitet werden.

  2. Die Unsicherheiten beim Bau und Betrieb von Gemeinschaftsanlagen sind wesentlich geringer als bei mehreren Einzelanlagen.

  3. Es wird damit gerechnet, dass der ausgefaulte Schlamm noch längere Zeit an die Landwirtschaft abgegeben werden kann. Die Zeit dürfte auch hier nicht allzu ferne sein, wo ernsthafte Schlammprobleme und Sorgen auftreten. Es muss also in Aussicht genommen werden, dass später der ausgefaulte Schlamm weiter behandelt, entwässert, getrocknet und eventuell sogar verbrannt werden muss. Dieses Problem, die heute schon bei vielen schweizerischen Anlagen auftreten, lassen sich bei kleinen Anlagen praktisch überhaupt nicht lösen.

  4. Die spätere Erweiterung der Kläranlagen kommt bei wenigen Geweinschaftsanlagen bedeutend billiger zu stehen als bei vielen Einzelanlagen.

  5. Bei Gemeinschaftsanlagen können auch weitere Probleme der Abwasserreinigung und Abfallstoffbeseitigung viel besser gelöst werden, speziell die Bekämpfung und Beseitigung der Detergenzien, zentrale Entgiftung etc.

  6. Ab oberen Zürichsee muss wie an allen anderen Seen mindestens der mutmassliche Platz für die dritte Reinigungsstufe (chemische) vorgesehen werden. Die Erstellung dieser wichtigen Stufe ist bei einer Gemeinschaftsanlage ebenfalls wesentlich günstiger als bei Einzelanlagen. Es gelten auch hier wieder ähnliche Überlegungen wie bei der Schlammbehandlung.

  7. Die generellen Berechnungen zeigen, dass sich speziell die Variante 3 bezüglich der Bundessubvention günstig auswirkt, da mit dieser Variante die höchste Subventionsklasse erreicht wird. Die Vergleichsberechnungen sind jedoch ohne Berücksichtigung der Subvention durchgeführt.

Vorgeschlagene Lösung Variante 3

Die Variante 3 unterscheidet sich gegenüber der Variante 2 vor allem durch den Gesamtzusammenschluss der «unteren March». In der «oberen March» bleiben Kanalisierung und Zusammenschlüsse gleich wie bei der Variante 2, also Tuggen für sich allein, Schübelbach-Buttikon und Reichenburg zusammen.

In der «unteren March» werden alle Baugebiete von Altendorf, Lachen, Galgenen, Siebnen und Wangen (mit Nuolen) zusammengeschlossen. Der gemeinsame Kläranlagen-Standort dieser Gruppe ist rechts der Wägitaler-Aa vorgesehen.

Die Kanalisationstechnische Aufteilung in 2 Haupteinzugsgebiete, Untermarch und Obermarch, ist durch die Topografie des Geländes gegeben. Oberhalb den Baugebieten von Siebnen-Galgenen besteht eine «Gratlinie». Von dieser Linie aus fällt das Gebiet einerseits in Richtung Zürichsee und andererseits in Richtung Mühlebachkanal.

Studie Karte Verbandsanlagen ARA Untermarch 1966

Studie Karte Verbandsanlagen 1966
am 03.03.1966

Für den Zusammenschluss der Untermarch sind 3 Hauptsammelkanäle notwendig.

Ein erster führt von Altendorf am See entlang durch Lachen zur Kläranlage. Dieser Sammelkanal wird in Zukunft wesentlich dazu beitragen, die See Bucht sauber zu halten. Das Abwasser muss zweimal gepumpt werden.

Ein zweiter Sammelkanal führt von Siebnen (links der Wägitaler-Aa) über Galgenen nach Lachen. Er vereinigt sich beim Fussballplatz mit dem unteren Sammelkanal. Das Abwasser des Sammelkanals Galgenen-Lachen muss bis zur Kläranlage nicht gepumpt werden.

Der dritte Hauptsammelstrang beginnt ebenfals in Siebnen (rechts der Wägitaler-Aa) und führt dann durch Wangen, nimmt noch Nuolen auf, um ebenfalls das Schmutzwasser ohne jegliches Pumpwerk zur zentralen Kläranlage zu leiten.

Aufgrund der Ergebnisse der vorliegenden Kanalisationstechnischen Vergleichsstudien und der darin enthaltenen Kostenberechnungen und Kostenvergleiche, speziell aber auf Grund der Vor- und Nachteile von Gemeinschaftswerken und der weiteren Überlegungen, schlägt der Projektverfasser den Ausbau Gewässerschutzanlagen in der March nach der Variante 3 vor.

Diese Variante 3 soll die Grundlage für alle weiteren kanalisationstechnischen Ausbauten bilden.

Die Kostenberechnungen, zusammen mit der Beschreibung der Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten, ergeben eindeutig, dass Gemeinschaftswerke erstellt werden sollen. Wenn man neben den rechnerisch erfassbaren auch alle anderen Gesichtspunkte berücksichtigt, so darf die gemeinsame Abwassersanierung auch als die weitaus wirtschaftlichste bezeichnet werden.

Das kantonale Amt für Gewässerschutz konnte sich auf Grund der sorgfältig durchgeführten Abklärungen den Vorschlägen des Ing. Büros Kuster & Hager anschliessen und am Dienstag, 2. Februar 1965 den Gemeinden empfehlen, für die Abwassersanierung die Variante 3 zu wählen. In der Folge haben sich alle beteiligten Gemeinden grundsätzlich damit einverstanden erklärt, die Projektierung der Abwasseranlagenauf der Basis der Variante 3 weiterzuführen.

Am Mittwoch, 1. September 1965 erfolgte die Konstituierung des Verbandsvorstandes, der sich aus je drei Mitgliedern der beteiligten Gemeinden Altendorf, Lachen, Galgenen, Wangen und Schübelbach (Siebnen) zusammensetzt.

Mit der Annahme der vorliegenden Statuten durch die Verbandsgemeinden wird dem Zweckverband in eigener Rechtsperson der Auftrag überbunden, den Bau der im Übersichtsplan 1 : 10'000 vom Dezember 1965 enthaltenen gemeinsamen Abwasseranlagen in die Wege zu leiten und auszuführen.

Den vielgestaltigen Bemühungen um die Reinhaltung unserer Gewässer wird Erfolg nur beschieden sein, wenn sämtliche Gemeinden in engem Schulterschluss ihren Beitrag an die Lösung der grossen Aufgaben leisten. Da aber der Schutz der ober- und unterirdischen Gewässer sehr beträchtliche finanzielle Opfer erfordert, müssen alle, Volk, Behörden und Vertreter der Wirtschaft, nicht nur die Aufgabe in ihren vielgestaltigen Zusammenhängen verstehen, sondern darüber hinaus auch davon überzeugt sein, dass es sich lohnt, zum Schutz des Wassers und der Gewässer die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen.

Lachen, Donnerstag 3. März 1966

Zweckverband
Abwasser-Reinigungsanlagen (ARA)
Untermarch

Der Vorstand

Die Gründung des Zweckverbandes ARA Untermarch 1966

  1. Am Mittwoch, 1. September 1965 erfolgte die Konstituierung des Verbandsvorstandes, der sich aus je drei Mitgliedern der beteiligten Gemeinden Altendorf, Lachen, Galgenen, Wangen und Schübelbach (Siebnen) zusammensetzt.

  2. Die 5 politischen Gemeinden Altendorf, Lachen, Galgenen, Schübelbach und Wangen gründen am Sonntag, 16. Oktober 1966 den Zweckverband ARA Untermarch auf unbestimmte Zeit.

  3. Gemäss Art. 14 des kantonalen Einführungsgesetzes vom Dienstag, 5. April 1960 und zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer gegen Verunreinigung vom Mittwoch, 16. März 1955.

  4. Der Verband bezweckt die Planung, den Bau, Betrieb und Unterhalt der gemeinsam erstellten und betriebenen Abwasserreinigungsanlage und der verbandseigenen Kanalisation inklusive Sonderbauwerke.

  5. Der Auftrag des Zweckverbandes ist die Abwasserreinigung der Region Untermarch.

  6. Dieser Auftrag ist in den Statuten Zweckverband ARA Untermarch 1966 geregelt und festgeschrieben.

  7. Statuten genehmigt vom Regierungsrat des Kantons Schwyz am Mittwoch, 9. November 1966.

  8. Im Betriebsjahr 2016 werden die Statuten aus dem Jahre 1966 durch die neuen Statuten Zweckverband ARA Untermarch 2016 ersetzt und festgeschrieben.

  9. Statuten genehmigt vom Regierungsrat des Kantons Schwyz mit dem Regierungsrat Beschluss RRB Nr. 612 vom Dienstag, 28. Juni 2016

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