Portrait des dritten Betriebsleiters und Mitarbeiter Jo Mächler

Präsident 1995 - 2010 Präsident ab 2011 Betriebsleiter ab 2012 Sauberes Wasser: Beitrag in der Zeitschrift Lachner Februar 2011
Foto Jo Mächler
Name
Wohnort
 
Geburtstag/Jahrgang
 
Erlernter Beruf
 
Weiterbildung +
Berufl. Laufbahn
 
 
 
Im Betrieb seit
 
Funktion
 
 
 
Hobby + Freizeit
 
 
 

  Jo Mächler
  CH-8853 Lachen
 
  Freitag, 29. Juli 1955
 
  Elektromonteur
 
  - 1985 Sachbearbeiter Schaltanlagenbau
  - 1990 Lehrmeisterkurs Elektromechaniker
  - 2001 Klärmeister VSA
  - 2004 Klärwerkfachmann BBT mit eidgenössischem Diplom
 
  - Montag, 2. Juni 1997
 
  - 1997 - 2006 Mitarbeiter ARA Betrieb und Unterhalt
  - 2007 - 2012 Betriebsleiter ARA Betrieb und Unterhalt
  - ab 2013 Betriebselektriker Mitarbeiter ARA Betrieb und Unterhalt
 
  - Wandern in den Bergen
  - Jassen und Gesellschaftsspiele
  - Gestaltung und Betreuung der Internetseite
  - Fotografie

Fragen an den   3. Betriebsleiter 2007 - 2012   Jo Mächler

16. Juni 2009

Abwasser, Kläranlage, Klärschlamm -- da ziehen sich meine Nasenschleimhäute und mein Magen zusammen; ist Klärwerkfachmann ein "grusliger" Job?

Nur zum Teil. Ausser bei gewissen Störungen und Revisionen ist unser Beruf «sauber». Das eher nicht so angenehme was uns passieren kann ist, wenn wir aufgrund von Störungen Pumpwerke und Regenbecken oder das Vorklärbecken entleeren und reinigen müssen. Da stehen wir teilweise regelrecht im «Gröbsten». Im Übrigen sind die meisten Maschinen und Gebäude so angelegt, dass sie gut gewartet werden können. Der Geruch verringert sich nach jedem weiteren Reinigungsvorgang und wird nur am Anfang als störend empfunden.

Wie wird man Klärwerkfachmann?

Nach einer abgeschlossenen Berufslehre (bevorzugt Mechanische- oder Elektrotechnische- Berufe) besucht man während 5 bis 6 Jahren 9 Wochenkurse. Anschliessend erfolgt die Fachprüfung zum Klärwerkfachmann mit eidgenössischem Fachausweis. Danach kann das Wissen mit jährlichen Weiterbildungs-Kursen ergänzt und aufgefrischt werden.

Was macht ein Klärwerkfachmann?

Die Hauptaufgaben sind, das anfallende Abwasser in gereinigtes Abwasser umzuwandeln. Genauer gesagt unterhalten wir die technischen Einrichtungen, denn es sind die Physik und Mikroorganismen, die das Abwasser «reinigen». Im Betriebseigenen Labor untersuchen wir das anfallende Abwasser und den daraus entstehenden Schlamm, um die Reinigungsleistung zu überwachen. Geräte und Anlageteile (ca. 16 km Sammelkanäle) müssen unterhalten, instand gehalten und erneuert werden. Auch für die Pflege der Aussenbauwerke sind wir verantwortlich. Büroarbeit gehört weiter zu unserer Aufgabe. Im Moment wird unsere Anlage ausgebaut. Die Bauarbeiten werden 2009 beendet sein.

Was fasziniert an diesem Beruf?

Wir können unsere Arbeitstage nicht immer vollständig vorausplanen. Das macht unsere Aufgabe vielfältig und interessant. Da wir bei Betriebsstörungen oft kurzfristig Entscheide treffen müssen, ist Selbständigkeit gefordert.

Müsst Ihr Schichtarbeit verrichten?

Wir haben normale Arbeitszeiten. Da wir aber nur zu dritt sind, müssen wir abwechslungsweise jedes zweite oder dritte Wochenende einsatzbereit sein für allfällige Betriebsstörungen. Der Arbeitsaufwand an den Wochenenden ist jeweils morgens und über den Tag zirka 1 - 3 Stunden. Aber auch der Pikett - Dienst gehört zum Alltag. Das heisst, innerhalb einer halben Stunde nach Alarmauslösung müssen wir in der Anlage eintreffen (Tag und Nacht, 7 Tage pro Woche).

Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn Ihr bei der Ausübung Eures Berufes Fehler begeht?

In Abwasserreinigungsanlagen wird Biogas produziert dies setzen wir in der ARA Untermarch in Energien wie Wärme und Strom um. In den Kanälen und Schächten können giftige Gase entstehen. Diese könnten zu Vergiftungen oder Explosionen führen. Eine weitere Gefahrenquelle sind die zur Abwasserreinigung benötigten Chemikalien, diese müssen nach Vorschrift angewendet werden. Bei Fehlanwendungen können ausser den Menschen auch die Gewässer gefährdet werden.

Was genau wird mit unserem Abwasser gemacht, wenn es in die ARA hineinfliesst?

Das Abwasser durchläuft die mechanische, biologische und chemische Reinigung. Zuerst gelangt das Abwasser in das Rechengebäude, wo zwei Feinrechen alles was grösser als 8 mm ist, herausnimmt! Der Abwasserzufluss wird in Menge, Temperatur, pH-Wert und Abwasserbelastung gemessen und aufgezeichnet. Anschliessend durchfliesst es das Sand- und Fett-Fangbecken. Im anschliessenden Vorklärbecken wird den verbleibenden Abwasser-Inhaltstoffen die nötige Zeit gegeben sich physikalisch abzusetzen. Am Ende des Vorklärbeckens ist die mechanische Reinigung abgeschlossen.

Als nächste Reinigungsstufe folgt die Biologische Reinigung. In dieser Stufe erfolgt der Abbau oder Umbau der Abwasserinhaltstoffe auf natürliche Weise mit Bakterien sowie Ein- und Mehrzellige Lebewesen, welche sich auf Abwasser spezialisiert haben. Das in den Nachklärbecken abgetrennte gereinigte Abwasser wird dem Zürichsee zugeführt.

Der abgesetzte Primärschlamm aus der mechanischen Stufe (Vorklärbecken) und der abgesetzte Sekundärschlamm aus der biologischen Stufe (Nachklärbecken) werden zusammen im Faulraum ausgefault, im Nacheindicker statisch eingedickt und anschliessend maschinell entwässert. Der auf zirka 21 - 32 % entwässerte Klärschlamm wird einer externen Trocknungsanlage zur weiteren Entsorgung weitergegeben.

Man liest manchmal, was alles in die Toiletten geworfen wird. Was sind das für Gegenstände?

Zahnprothesen, Mobiltelefone oder Kreditkarten, einfach alles was durch die Toilette geht. Wenn in Lachen ein Schmuckstück dieser Art in die Kanalisation gelangt, wird die Chance sehr gering sein, dieses wieder aufzufinden. In der Kanalisation ist das Abwasser 3 - 5 Stunden unterwegs.

Wie sauber ist das gereinigte Abwasser? Würden Sie ohne Bedenken darin baden, oder sogar davon trinken?

Nein, niemals. Eine vollständige Abwasserreinigung ist nicht möglich und finanziell nicht tragbar. Chemikalien, Medikamente und Reinigungsmittel können nur teilweise entfernt werden.

Wie viele Einwohner sind an der ARA Untermarch angeschlossen?

Im Moment sind das zirka 22'600 Einwohner und zirka 3'000 Einwohnergleichwerte aus der Industrie. Zusammen also 25'600 Einwohner.

Wie viele m3 Abwasser fliessen im Jahresdurchschnitt nach Lachen?

Bei trockenem Wetter sind es zirka 5'700 m3, bei Regenwetter 11'600 m3.

Gibt es in Eurem Haushalt spezielles Verhalten, wie Ihr mit Wasser oder Abwasser umgeht?

Den Wasserverbrauch möglichst gering halten, denn kleinere Mengen Abwasser werden sauberer gereinigt. Chemikalien wie Reiniger und Verdünner sowie Tabletten oder Medikamente niemals über die Toilette entsorgen, sondern an die Verkaufs- und Sammelstellen zur Entsorgung übergeben.

Wenn Sie den Abwasserlieferanten einen guten Rat geben könnten, wie würde dieser lauten?

Jedermann/Frau soll sich einmal Gedanken machen, welchen Luxus es bedeutet, sauberes Wasser im Überfluss zu besitzen. Alle sollten sich den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber für eine möglichst geringe Verschmutzung einsetzen.

Zurück zu Betriebspersonal Zurück zum Inhaltsverzeichnis Zurück zu Zweckverband

Seite erstellt:  16.06.2009

  © 2005 - 2018  Impressum:  Zweckverband  ARA Untermarch    Abwasserreinigungsanlage
  Aastrasse 30    CH-8853 Lachen SZ    Telefon +41 55 442 26 25

letztes Update:  22.08.2018

Besucher seit: 12. April 2010

Besucherzaehler